Impulse für die Personalarbeit 2021 –V4HR / Teil 2 – HR ist gefragt – V4HR

Wir schlagen für Sie als Unternehmer*in, Führungskraft und Mitarbeiter*innen vor, auf die folgenden vier „V“ zu schauen: Vernetzung, Vertrauen, Vorbild und Veränderung. Übernehmen wir Verantwortung! We for HR.

Vernetzung

Wir haben in unseren Unternehmen eine große Chance und damit die Verantwortung als Personaler*innen oder als Berater*innen gegenüber unseren Kund*innen, Wissen, Handeln und Menschen zu vernetzen. Was würde passieren, wenn wir wirklich die Ressourcen von Mitarbeiter*innen sehen? Aber nicht aus dem Blickwinkel, was fehlt, sondern was an Talenten vorhanden ist und nicht unterdrückt werden darf. Was können und machen unsere Mitarbeiter*innen wirklich gerne und damit wahrscheinlich auch gut? Stärken stärken, statt vermeintliche Schwächen zu schwächen!

Wir brauchen neben den technischen, kaufmännischen und anderen Systemen ein neues soziales Betriebssystem, in dem Führung, Koordination und Kontrolle völlig anders gestaltet werden und Tätigkeiten statt Arbeitsplätze im Vordergrund stehen. Die Herausforderung für das Personalwesen und der Berater*innen ist, dass sie sich aktiv für die inneren, internen und externen Beziehungen der Menschen auf den unterschiedlichen Ebenen (Ich, Du, Wir) interessieren. Spannungen als Treibstoff für Verbesserungen zu sehen, ist eine zentrale Haltung.

Das Zukunftspotential erfolgreicher und gesunder Unternehmen und Menschen liegt darin, wenn viele nicht nur im eigenen System, sondern auch am Gesamt- System mitarbeiten dürfen. Sehen wir Menschen als Menschen, die gerne an Herausforderungen arbeiten, und nicht (nur) als Mitarbeiter*innen!

Vertrauen

Das setzt großes Zutrauen in die Partizipation voraus. Bis heute steht der „eigene“ Gewinn im Vordergrund. Um Gewinn geht es auch in Zukunft. Nur müssen wir lernen, es anders zu machen: Wettbewerb zum Wohle des Ganzen und lernen, mit der neuen Lebendigkeit umzugehen. Zutrauen im geschäftlichen Sinne bedeutet umfänglich Vertrauen in sich selbst, in die Unternehmung und die Mitarbeiter*innen. Die sich entwickelnden Arbeitswelten bieten die Chance oder vielmehr die Notwendigkeit, noch vertrauensvoller zu führen. Es geht dabei nicht um Vertrauen vs. Kontrolle, sondern um Vertrauen und Kontrolle. Kontrolle als aufmerksame Wahrnehmung der Beiträge der Mitarbeiter*innen. Wer dies nicht will, kann oder darf, wird es schwer haben. Es braucht aber auf diesem Weg auch Geduld, Zeit, Nachsicht und die Fähigkeit zuzuhören. Und immer wieder stellt sich die Frage: „Will ich das wirklich? Ist das mein Wunsch oder kommt er von außen?“

Vorbild

Wir betreten kein Neuland, denn Vorbilder gibt es mittlerweile überall, wo wir hinsehen. Es braucht nur Vorbilder, die loslassen können und andere zum Mitdenken und Mitmachen ermutigen. Vorbilder trauen sich und glauben an das Potential der Mitarbeiter*innen. Der Erfolg wird sich früher oder später einstellen und wird uns zum Weitermachen legitimieren. Führungskräfte sind Vorbilder, ob sie wollen oder nicht. Das bedeutet nicht, perfekt zu sein bzw. sein zu wollen, sondern, dass ein Mitgehen auf schwierigem Weg dann gelingt, wenn dem Guide Sicherheit und Umsicht attestiert werden.

Veränderung

Die Veränderung beginnt bei jedem von uns selbst und am sinnvollsten und stärksten ganz oben in der Hierarchie. Das hat Ausstrahlungskraft für Neues und wird viele zum Mitmachen einladen. Mut den Anfang zu machen ist angesagt, vielleicht mit einer kleinen Einheit oder in einem selbständigen Bereich. Bewährtes zu bewahren und Neues auszuprobieren durch interagierende Teams bringen die notwendige Veränderungsdynamik. Viele brauchen mehr Zutrauen, um mit den ständigen Irritationen gut umzugehen und gleichzeitig einen Regelbetrieb aufrechtzuerhalten. Es ist eine Reifeprüfung für uns alle, insbesondere für die Personaler*innen und uns als Berater*innen , mit unseren Kunden*innen den Weg gemeinsam zu gehen. Nicht nur um Menschen zum Nachdenken zu bringen, damit sie selbst Lösungen entwickeln. Wir brauchen gemeinsames Lernen und Wachsen, um die Wirkkräfte nach innen und mit der Gesellschaft zu verzahnen. So schwimmen wir alle auf der Welle und nicht davon!

Thomas Geilhardt
Über 30 Jahre Personalarbeit und Geschäftsführungsfunktionen in unterschiedlichen Branchen – Automobilindustrie, Handel, Energiewirtschaft und Mobilität – prägen die Erfahrung und Haltung von Thomas Geilhardt. Er sieht den HR Bereich als Netzwerker, Vorbild und Begleiter in Veränderungen, basierend auf professionellen und effizienten Services. Seit diesem Jahr steht er als Gesprächspartner Unternehmer*innen und Führungskräften im DACH Raum zu personellen Themen zur Verfügung: Als Coach, fachlicher Berater, Moderator und auch als Interimsmanager.
Kontakt: thomas.geilhardt@t-online.de

Paul Habbel
Fast 20 Jahre hatte Paul Habbel die Geschäftsführung in einem mittelständischen Industrieunternehmen inne. Nach der Welt- wirtschaftskrise 2009 hat er mit der Transformation dieses Unternehmens begonnen, von einer Linien- zu einer lernenden, lebendigen Organisation. Es ist die Haltung, die innere Einstellung mit dem Bekenntnis zu Autonomie und individueller Wahrhaftigkeit jedes einzelnen Akteurs im Unternehmen, die in Habbels Verständnis die unerlässliche Grundlage für eine lebendige und zukunftsfähige Organisation bildet. Seit 2019 begleitet er im deutschsprachigen Raum Organisationen auf dem Weg, das Altbewährte (Verlässlichkeit und Stabilität hervorbringen und dabei immer effizienter werden) mit dem Neuen (Führung, Koordination und Kontrolle neu verstehen, verknüpfen und verteilen) zu verbinden.
Kontakt: habbel@lebendigeorganisation.de