Die ungeschminkte Wahrheit

Als Führungskraft werden Sie niemals die ungeschminkte Wahrheit zu hören bekommen. Und das gilt fast genauso für einen Schichtleiter wie für einen Abteilungsleiter, Projektleiter oder Firmeninhaber.

Klar ist: Als Führungskraft sind Sie in einer Machtposition. Sie treffen Entscheidungen, beeinflussen Mentalität, präferieren Verhaltensweisen und geben Richtungen vor – natürlich basierend auf Ihrem Wissen und Ihren Erfahrungen, aber auch mit Ihrer Eigenart, Ihren Angewohnheiten und Ihren Launen. Und: Von Ihnen hängt die Karriere und der berufliche Erfolg Ihrer Mitarbeiter mehr oder wenig ab.

Nun ist es nicht verwunderlich, das Mitarbeiter bestrebt sind – vielleicht auch nur unbewusst – Ihnen zu gefallen. Um Ihr Wohlwollen zu gewinnen ist es vielleicht nicht gerade ratsam, Ihnen zu widersprechen oder Ihre Eigenheiten zu kritisieren. Ich unterstelle keinem, zu lügen. Es könnte jedoch nicht immer die vollständige Wahrheit sein, die Ihnen vermittelt wird.

Andererseits: Wer die Fakten nicht wahrhaben und annehmen will, vielleicht aus Angst vor Machtverlust oder aus Eitelkeit, dem werden die Mitarbeiter über kurz oder lang nicht mehr folgen – schon allein um ihre eigenen Interessen zu wahren und um nicht mit unterzugehen. Die US-Politik bietet dazu aktuell ein Lehrstück – mit unfassbaren Ereignissen und Auswirkungen.

Es geht also darum, sich zuverlässige Informationen zu beschaffen und den Mitarbeitern zu zeigen, dass es um die besten Ideen, um Fortschritte und um Lösungen geht. Deshalb: Gehen Sie ruhig mal in die

„Niederungen“, sprechen Sie mit den Mitarbeitern vor Ort über Details und verschaffen Sie sich selbst ein Bild („Undercover-Boss“ lässt grüßen). Oder suchen Sie sich jemanden, zu dem Sie unbegrenztes Vertrauen haben und der Ihnen ohne Angst ein ehrliches Feedback gibt.

„Hüte Dich vor Mitarbeitern, die am lautesten über Deine schlechten Witze lachen“ war der Rat einer Führungskraft bei einem Online-Round Table an Führungsnachwuchskräfte. Die Botschaft: Bemühen Sie sich um die Fakten und seien Sie selbstkritisch!

Ihr Christoph Hauke