Wie Sie sich auf die 3. Lebensphase vorbereiten

Irgendwann kommen wir alle in die Situation – früher oder später. Das Ende des aktiven Berufslebens rückt näher und es stellt sich immer drängender die Frage: Wie soll es danach eigentlich weitergehen? Gerne möchte ich die Erfahrungen aus Workshops mit über 100 Führungskräften und Mitarbeitenden teilen, die sich auf die 3. Lebensphase (nicht) vorbereitet haben oder die bereits in der 3. Lebensphase sind.

Die einen sind hoch erfreut, endlich ihre „Freiheit“ wieder zu bekommen. Endlich länger schlafen, lang ersehnte Reisen machen, mal richtig Ordnung schaffen, das Hobby richtig ausleben. Aber wird das nicht irgendwann langweilig, so die Befürchtung?

Die anderen blicken verunsichert oder vielleicht sogar ängstlich auf das Unvermeidliche, denn sie werden ihre Aufgabe, Verantwortung, Macht, Kontrolle und ihren Einfluss verlieren. Auf einmal gibt es keine Termine, Meetings, Anrufe, Emails mehr und vor allem keine Entscheidungen, die zu treffen sind, und kein Smalltalk mit den Kolleginnen und Kollegen. Manch einer versucht, sein Berufsleben mit einem Engagement in Vereinen und Verbänden zu verlängern. Es ist zwar ein langsamerer Abschied, doch letztlich auch ein Abschied.

Für viele Menschen ist der Übergang in die 3. Lebensphase eine tiefgreifende Veränderung, auf die sie nicht gut vorbereitet sind. Die Tagesstruktur, die Aufgaben und die sozialen Kontakte sind von heute auf morgen nicht mehr da. Doch was kann man tun, um gut vorbereitet in die 3. Lebensphase zu gehen? Dazu einige Anregungen, die Führungskräfte und Mitarbeitende aufgrund ihrer Erfahrungen formuliert haben:

1. Strukturieren Sie Ihren Tag

Überlegen Sie rechtzeitig vor dem letzten Arbeitstag, wie Sie danach Ihre Zeit gestalten möchten. Finden Sie einen neuen Tages-Rhythmus, der Ihnen Verlässlichkeit und Flexibilität gibt. Das entspannt nicht nur Sie, sondern auch diejenigen, die mit Ihnen zusammen leben.

2. Finden Sie eine Aufgabe

Suchen Sie sich früh genug eine dauerhafte Aufgabe, bei der Sie Ihre besonderen Talente und Fähigkeiten einbringen können, die mit (sozialer) Verantwortung verbunden ist und die vor allem viel Spaß macht. Vielen kommt es Ihnen dabei nicht einmal auf eine Bezahlung an, sondern eher auf Wertschätzung und Respekt. Wenn Ihnen selbst nichts einfällt, dann fragen Sie am besten Freunde, Bekannte, Nachbarn oder Ihren Hausarzt. Die haben meistens Vorschläge, auf die Sie selbst nie kommen würden.

3. Gestalten Sie Ihre Beziehungen

Sprechen Sie beizeiten mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner und Ihrer Familie, wie sie zusammenleben möchten, wenn sie (wieder) mehr Zeit füreinander haben. Und bauen Sie frühzeitig einen Freundeskreis auf, zu dem nicht nur Ihre Arbeitskolleginnen und -kollegen gehören und mit dem Sie über Gott und die Welt diskutieren und gemeinsame Aktivitäten erleben können. Pflegen Sie Ihre Freundschaften, sie sind eine wichtige Stütze in schwierigen Zeiten.

Doch wann soll man anfangen, die 3. Lebensphase vorzubereiten? Der Rat der Befragten dazu: Fangen Sie spätestens mit 55 Jahren an. Der letzte Arbeitstag kommt manchmal schneller als man denkt.