Corona Special: Welche Chancen ergeben sich jetzt?

PERSONALintern sprach mit Annette Elias, Geschäftsführerin der Interim Profis GmbH, über die aktuelle Lage des Interim-Management-Marktes und über sich ergebende Chancen für Unternehmen im Umbruch.

Wir verbinden keine Profile, sondern wir verbinden Menschen und Aufgaben“, erläutert Geschäftsführerin Annette Elias die Philosophie, der von ihr im Jahr 2015 gegründeten, Vermittlungsagentur.

PERSONALintern: Frau Elias, was ist in den letzten vier Monaten in der Wirtschaft passiert?

Annette Elias: Mit Beginn der Krise waren die Prozesse von jetzt auf gleich anders. Es gab insbesondere in den Boom-Branchen erhöhte Anforderungen, sodass viele Dinge komplett neu aufgesetzt werden mussten, bspw. veränderte Hygieneanforderungen oder der Umzug ins Home-Office. Auf der anderen Seite sind die Unternehmen zu betrachten, die in Branchen tätig sind, die sich durch die Krise negativ entwickelt haben. Ich denke, das große Beispiel ist Automotive-Branche. Dort gibt es gerade im produzierenden Bereich viel Kurzarbeit oder vergleichbare Maßnahmen. Jetzt zeichnet sich langsam das Thema der kompletten Reorganisation von Unternehmen, Restrukturierung, Sanierung und vielleicht sogar Insolvenzen ab. Auch wenn diese derzeit auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau sind, haben wir jetzt schon erste Sanierungs-Mandate von Unternehmen, die völlig unverschuldet in die Restrukturierung gekippt sind, einfach weil sich die gesamte Branche verändert hat. Dazu gehört der gesamte Messebereich, der Veranstaltungsbereich und teilweise bestimmte Großhandelsbereiche.

PERSONALintern. Für welche unternehmerischen Herausforderungen bieten Sie denn jetzt eine Lösung?

Annette Elias: Mit Sicherheit für das Thema Vakanzen, Vakanzüberbrückung und überall da, wo es wirklich um Restrukturierungsprozesse geht und auch insolvenznahe Prozesse. Zusätzlich arbeiten wir auf der operativen Umsetzungsebene, Beispiel: Werksleiter, Qualitätsmanager, HR-Leiter, die unter der Sanierung gesonderte Herausforderungen haben, wie Standortschließung, Personalabbau und ähnliche Sonderthemen, die bis jetzt, nicht unbedingt zum unternehmerischen Alltag des Mittelstandes gehörten –a ber jetzt eben schon und so besteht Handlungsbedarf.

PERSONALintern: Wo bieten Sie, abgesehen von dem Unternehmen, das jetzt in die Krise geraten ist und Sanierungsthemen anstehen, einen Mehrwert?

Annette Elias: Es gibt für uns immer diese drei großen Bereiche: Neben Vakanz/ Vakanzüberbrückung, Reorganisation/ Restrukturierung steht der Bereich der Projektgeschäfte/des Projektmanagemements.

Aber auch der ganze Bereich um Unternehmensverkauf, M&A und Post Merger Integration ist nicht auf NULL, hier verändert sich gerade dramatisch viel. Und wir merken aktuell auch, dass das Thema MBI in unserem Netzwerk stark an Interesse gewinnt. Es gibt mehr und mehr Unternehmen, die jetzt in einem angeschlagenen Zustand sind und Unternehmensbereiche verkaufen, weil sie sich auf ihre Kerngeschäfte fokussieren möchten. Und es gibt Unternehmen, die sind positiv von der Krise betroffen und expandieren. Die bauen zum Beispiel einen neuen Logistikstandort auf oder führen ein neues ERP- System ein. Hier können wir überall helfen.

PERSONALintern: Was genau ist der Vorteil von Interim Management bei Projektthemen oder Merger-Prozessen?

Annette Elias: Viele Projekte erfordern ein ganz spezielles Know- how, was man normalerweise nicht im Unternehmen hat. Man führt eben nicht regelmäßig neue ERP-Systeme ein, man kauft im Mittelstand nicht jedes Jahr eine komplett neue Produktionsanlage oder baut einen neuen Logistikstandort mit einer neuen Halle. Was sind die Fallstricke, auf die man da achten muss? Wie kann das möglichst effizient gestaltet werden? Wie das Potential maximiert werden? Das sind Herausforderungen, denen man im normalen Tagesgeschäft nicht regelmäßig begegnet und deshalb nicht die Ressourcen und das Know-how dafür hat. Kümmern sich Unternehmen nicht zeitnah und effektiv um diese Herausforderungen werden sie zu immer größeren Problemen, die immer aufwendiger und damit teurer zul ösen sind. Man lernt zwar aus seinen Fehlern, aber da ist doch das Modelling of Excellence-Modell besser: Lernen von den Experten.

Zum Beispiel kann es strategisch sinnvoll sein, einen Produktionsstandort in Osteuropa zu eröffnen. Wenn das jetzt die erste Standorterweiterung ist und keine unternehmerische Erfahrung in Osteuropa vorliegt, ist es sinnvoll, sich einen Interim Experten reinzuholen, um das Projekt zeitnah erfolgreich umzusetzen.

PERSONALintern: Was genau ist der Vorteil von Interim Management bei diesen Projekten?

Annette Elias: Ein Vorteil ist immer die maximale Flexibilität, die ich habe. Das ich wirklich zielgenau, punktgenau, das Know-how einkaufen kann, auf Tagessatzbasis. Wie ich es brauche und eben auch auf einem hohen Niveau. Ich brauche nicht auf Dauer einen Experten für die Eröffnung eines neuen Logistikstandortes. Den brauche ich jetzt einmal. Dafür aber auch auf einem hohen Niveau – und wenn das Projekt länger oder kürzer dauert, kann ich entweder das Mandat verlängern oder beenden.

Das ist erstmal ganz allgemein der Vorteil von Interim Management. Uns Interim Profis zeichnet zusätzlich unser Provisionsmodell aus. Wir sind als Provider nach 200 Projekt-Tagen raus und dann kann zwischen Unternehmen und Interim Manager ein direktes Vertragsverhältnis eingegangen werden. Dieses Modell ist einmalig in derBranche.

PERSONALintern: Gibt es sonst noch irgendwas was Siea uszeichnet? Sie vermitteln ja Interim Manager. Was zeichnet die Zusammenarbeit mit Ihnen besonders aus?

Annette Elias: Neben unserem einmaligen Provisionsmodell ist es schon so, dass wir eine sehr persönliche und enge Zusammenarbeit sowohl mit unseren Kunden und unseren Interim Experten pflegen: schnell, fair und effizient. Wir sind in dieser Zeit für unsere Kunden ein Sparringspartner und suchen nach individuellen Lösungen, manchmal auch jenseits des klassischen Interim Managements. Durch unser vielfältiges (online)Veranstaltungsangebot und Aktionen, haben wir nochmal einen großen Sprung nach vorne gemacht, um auch unsere einzelnen Interim Manager viel besser kennenzulernen. So können wir noch handverlesener und treffsicherer matchen. Das macht einfach Freude.

PERSONALintern: Vielen Dank für das Interview.