OUTPLACEMENT-BERATUNG IN DEUTSCHLAND 2020 – Zahlen und Trends aus der neuen BDU-Studie (Teil 2)

Fortsetzung von Pi 29/20

Im ersten Teil hatten wir Ihnen bereits einige Zahlen und Einschätzungen aus der aktuellen Studie „Outplacement-Beratung in Deutschland 2020“ des BDU vorgestellt. Heute geht es um Auftraggeber, Programme, Kosten und Platzierungsmethoden.

Auftraggeber: Unter den Auftraggebern bilden, wie schon eh und je, Großunternehmen und Konzerne den Schwerpunkt; sie sind für 59 % des Gesamtmarktumsatzes verantwortlich. Mittlere Unternehmen sorgen für 37 % (2015: 32 %) und Kleinunternehmen nur noch für 4 % des Umsatzes (2015: 12 %).

Programme: Betrachtet man den Gesamtumsatz der Branche, so ist der Anteil der unlimitierten Beratung seit der letzten Studie leicht gestiegen (von 23 auf 26 %). 2007 machte dieses klassische Produkt allerdings noch fast die Hälfte des Gesamtumsatzes aus (46 %). In der befristeten Beratung wurden 2019 53 % des Gesamtumsatzes generiert und 61 % aller Kandidaten betreut. Trotz gestiegener Kandidatenzahl sank der Umsatzanteil der befristeten Einzelberatung gegenüber 2015 um 12 Prozentpunkte. Zuwächse gab es hingegen im Gruppen-Outplacement, sowohl beim Umsatzanteil (von 12 auf 21 %) als auch bei der Kandidatenanzahl (von 1.900 auf 2.300). Gegenüber der vorletzten Studie von 2012 hat sich die Zahl der Kandidaten im Gruppen-Outplacement mehr als verdoppelt.

Leider macht die aktuelle Studie keine Aussagen zu den Laufzeiten der befristeten Programme.

Kosten: Das durchschnittliche Beratungshonorar wird vom BDU mit 12.000 Euro für ein bis zu 6-monatiges Einzelberatungs-Programm beziffert (2015: 9.000). In diesem Bereich, der 2015 immerhin 58 % aller Einzeloutplacement-Mandate umfasste, sind die Honorare also wieder gestiegen und liegen jetzt leicht über dem Niveau von 2012 (11.000 Euro). Ansonsten gibt es kaum Veränderung: Für ein bis zu 12-monatiges Programm liegt das Durchschnittshonorar bei 15.000 Euro (2015: 15.000, 2012: 14.500) und für eine unbefristete Beratung bei 23.000 Euro oder 22 % des Bruttojahreseinkommens (2015: 22.500 oder 21 %, 2012: 22.000 oder 22 %).

Platzierung: Hier überwiegen nach wie vor konservative Methoden. 2019 fanden 32 % der Kandidaten im Einzeloutplacement ihre neue Stelle über eine klassische Stellenanzeige (2015: 26 %, 2012: 24 %) und 23 % über ihr persönliches Kontaktnetzwerk (2015: 25 %, 2012: 22 %). Externe Personalberater sorgten zu 11 % für den Erfolg (2015: 21 %, 2012: 17 %) und Initiativbewerbungen zu 8 % (2015: 12 %, 2012: 9 %). Die eigenen Placement-Aktivitäten der Outplacement-Berater haben stark an Bedeutung gewonnen; im Einzeloutplacement führten sie bei 22 % der Fälle zum Erfolg (2015: 8 %, 2012: 6 %) und im Gruppen-Outplacement bei 26 % (2015: 25 %, 2012: 6 %). Der Anteil von Social Media sank weiter auf unter 5 % im Einzel- und 9 % im Gruppen-Outplacement.

Die Studie kann für derzeit 103,24 Euro beim BDU bestellt werden.

Dr. Cornelia Riechers ist Gründerin des seit 1993 existierenden Unternehmens Quality Outplacement, das sie 25 Jahre lang leitete und als dessen Beirätin sie bis heute fungiert. In die Lehre ging sie bei Dr. Fritz Stoebe, dem Nestor der Outplacementberatung in Deutschland, und entwickelte dessen Konzept weiter. Sie schrieb mehrere Bücher: „So bleiben Sie erfolgreich arbeitslos. Ein paradoxer Bewerbungsratgeber“,„Turbo zum Traumjob: Der Zielgruppenbrief“ und „Karrierecoach gesucht? So erkennen Sie schwarze Schafe und finden den Richtigen“. Darüber hinaus machte Cornelia Riechers sich durch zahlreiche Presseveröffentlichungen zum Thema Outplacement einen Namen. Seit 2011 ist sie in unserer Redaktion für OUTPLACEMENTintern verantwortlich.