Führung: Ich weiß es nicht!

„Ich weiß es nicht“ – das zuzugeben und nach Hilfe zu fragen, fällt Führungskräften oftmals schwer. Ein fataler Fehler! Gerade in der Krisenbewältigung ist gegenseitige Unterstützung überlebensnotwendig.

„Jetzt ist die Zeit der Macher“, propagierte unlängst eine Führungskraft in einem Online-Forum. Deshalb sollten die Mitarbeitenden den Anweisungen einfach nur blind folgen, damit die Krise schnell überwunden werden kann, so die unmissverständliche Forderung. „Die Führungskraft weiß alles!“, steckt hinter dieser Aussage. Zu widersprechen oder Diskussionen anzuzetteln, führt nicht nur zu bösen Blicken, sondern kann auch im schlimmsten Fall das Karriere-Ende bedeuten. Renitente Mitarbeitende braucht doch keine Führungskraft …und erst recht nicht in einer Krisensituation.

Doch hinter diesem Führungsstil von Befehl und Gehorsam steckt oftmals die pure Angst der Führungskraft, dass die Mitarbeitenden merken könnten, dass man eigentlich keine Ahnung hat, wie der Hase läuft. Jetzt zu sagen „Ich weiß es nicht“ wäre ja ein fatales Eingeständnis von Schwäche und Inkompetenz und würde zu Autoritätsverlust führen, oder?

Die Zeiten sind vorbei, in denen die Führungskraft alles wusste und in denen die Mitarbeitenden ohne Überzeugung folgen. Transparenz ist angesagt. Verantwortungsvolle Führungskräfte vermitteln den Mitarbeitenden ein realistisches Bild der Unternehmens- und Bereichssituation. Nur diese Wahrhaftigkeit wird dazu führen, dass sich Mitarbeitende einbringen – gerade in turbulenten Zeiten.

„Ich weiß es nicht“ ist ein Zeichen von Führungsstärke und eine beherzte Einladung an das Team im Sinne von: „Lassen Sie es uns gemeinsam herausfinden“. Damit öffnet eine Führungskraft Türen für neue kreative Lösungen und ermutigt alle im Team, ihre besonderen Fähigkeiten, Erfahrungen und Talente einzubringen. Die werden auch intensiv benötigt werden, um gemeinsam gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

„Ich weiß es nicht“ zeigt eine Begeisterung für neue Lösungen. Nur Mut, sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitenden!

Ihr Christoph Hauke