(Keine) Lust auf Führungsverantwortung?

Führungsverantwortung ist offensichtlich nicht attraktiv. Lediglich 7 % der Mitarbeiter streben in dennächsten fünf bis zehn Jahren eine Führungsposition an, so das Ergebnis einer Online-Umfrage der Boston Consulting Group (BCG).

„Für 300 Euro brutto mehr ärgere ich mich doch nicht mit den Leuten herum“, war die klare Antwort eines Mitarbeiters zum Vorschlag seiner Beförderung zum Team-Leiter. Die suggerierte Magie von Macht und Status funktioniert nicht mehr.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie reichen von existenziellen Ängsten, dass eine Führungsebene vielleicht bald nicht mehr gebraucht wird, über eine Zerissenheit zwischen den Rollen als Fach- und Führungskraft bis hin zu einer altmodischen Führungskultur und wirkungslosen Führungsinstrumenten. Dazu kommen die zunehmenden individuellen Wünsche der Mitarbeiter, die in Einklang mit den betrieblichen Gegebenheiten gebracht werden müssen ..und das fängt schon bei der leidigen Urlaubsplanung an.

Und was soll eigentlich eine Führungskraft so alles können? Da wird teilweise kolportiert, dass man in über 20 Einzel-Kompetenzen top sein muss, um als Führungskraft erfolgreich zu sein. Das macht bestimmt richtig Lust auf Führungsverantwortung!

Bei vielen besteht oftmals ein antiquiertes oder überzogenes Bild von einer Führungskraft. Lassen Sie uns doch ganz praktisch mehr Führungskräfte als Vorbilder präsentieren, die ihre neuen Rollen als Sinn- Entfalter, Talent-Entwickler und Effizienz-Organisatoren in einer schnelllebigen Business- und Arbeits-Welt erfolgreich und mit Spaß wahrnehmen. Und geben wir ihnen mehr öffentliche Wertschätzung und Respekt, mehr direkte Unterstützung für eine persönliche Weiterentwicklung und mehr individuellen Handlungsspielraum.

Vielleicht entsteht dadurch eine neue Lust auf Führungsverantwortung, die unserer Gesellschaft, den Unternehmen und den Menschen selbst gut tut.

Ihr Christoph Hauke