Was hat Muttertag mit Fachkräftesicherung zu tun?

Gar nichts“ sagen Sie? Ich sage eine Menge. Jedenfalls wenn wir kreativ denken.

Und im Rahmen von Fachkräftesicherung müssen wir kreativ und um die Ecke denken. Denn, „das haben wir schon immer so gemacht“ führt schon lange nicht mehr zum Erfolg.

Also kommen wir zum Muttertag zurück.

Ich höre zwar schon die Stimmen „alles reiner Kommerz“. Auch wir Mütter sagen gern, ach Kind, die Aufmerksamkeit wäre doch nicht nötig gewesen. Aber wenn wir ehrlich sind freuen tun wir uns Mütter oder Väter doch.

Also was denn nun. Seien wir mal ganz ehrlich, die vordergründigen Aufgaben von Mutter/Vater-Sein sind nicht wickeln, füttern oder für Ausbildung sorgen. Sondern es sind die vielen, vielen kleinen Dinge, die uns als Kind gut getan haben. Wen wir gelobt wurden, zum Beispiel. Unsere Talente ausgegraben oder wir gefördert wurden in unserem Tun, so nach dem Motto „Du kannst das ganz prima“. Und vor allen Dingen das „Da sein“ wenn es nicht geklappt hat, wenn es einfach schief gelaufen ist. Wir ermuntert wurden, es wieder erneut zu versuchen.

Ideale Eigenschaften, die gute Vorgesetzte, Ausbilder, Mentoren haben sollten.

Sind es nicht genau diese „mütterlichen/väterlichen“ Eigenschaften, die uns im Berufsleben so gut tun würden? Ist das nicht Wertschätzung pur oder Achtung vor dem Gegenüber?

Und genau dieser wertschätzende Umgang, dieses mütterliche/väterliche Gen fehlt vielen Vorgesetzten. Sie fordern viel und fördern wenig. Dabei ist uns allen bewusst, dass Fördern der sinnhaftere Weg in der Fachkräftesicherung ist. Das sind die wahren Säulen der Entwicklung oder Weiterentwicklung von Fachkräften. Young Generation fordert sie sogar ein, diese Wertschätzung. Mangelt es an Wertschätzung, sind sie schnell(er) weg.

Also lassen Sie uns mal kreativ denken und mal fiktiv den Vorgesetzten-Tag einführen.

Das bedeutet Ihre Mitarbeiter dürfen Ihren Herzens-Vorgesetzten loben und das zu Papier bringen/ ins Intranet setzen, was sie an ihrem Vorgesetzten schätzen gelernt haben. Einfach mal bei den Vorgesetzten Danke sagen für die unermüdliche Unterstützung oder Förderung oder für einen verständnisvollen Umgang miteinander. Denn es gibt sie ja diese Vorgesetzten. Aber wir brauchen noch mehr davon.

Ich bin überzeugt, wenn es auch am Anfang erst einmal zögerlich anläuft, es wird sich entwickeln. Die Vorgesetzten, die ausgelobt werden, fühlen sich wertgeschätzt. Und die anderen? Naja die denken mal darüber nach „ was hat der/die gelobte Vorgesetzte oder Mentor, was ich nicht habe“. Und das ist gut so.

Transparenz ist erwünscht.

Für HR ist dies eine perfekte Möglichkeit „zu verfolgen“, was oder wen Mitarbeiter gut finden. Für die „gelobten“ Vorgesetzten ein Blumenstrauß an Wertschätzung und für Mitarbeiter eine Möglichkeit ganz offiziell mal Danke zu sagen und ihrerseits Wertschätzung leben zu können. Und für die nicht „erwähnten“ Vorgesetzten ist es hoffentlich ein Ansporn ihr Handeln zu überdenken.

In diesem Sinne lassen Sie sich feiern, als Vorgesetzte/r, als Mutter oder Vater. Ich freue mich auf Ihr Feedback.

Ihre Johanna Füllgraf