Zukunftsfähige Technologien im Corporate Learning

Autor: Holger Bräunlich

Corporate Learning muss vom Lernenden her gedacht werden und sich die Technik zunutze machen, damit Lernen Spaß macht und effizient ist, sagt Holger Bräunlich, Business Developer DACH von Valamis. Für Unternehmen gilt, kontinuierlich das Wissen der Mitarbeiter weiterzuentwickeln, dieses Wissen universell zugänglich zu machen und dabei ein hohes Engagement der Lernenden zu erzielen. Neue Technologien lassen sich hervorragend dafür nutzen, vorgefertigte und starre Lernstrukturen zu verbannen.

Corporate Learning vom Lernenden aus zu konzipieren heißt, jeden Lernenden in den Mittelpunkt der Lernstrategie zu stellen. Lernen bedeutet nicht, sich durch Texte, Videos oder Webinare quälen zu müssen – Lernen gehört zum Leben und zur Kultur des Menschen und sollte sich deshalb für jeden so natürlich wie möglich anfühlen. Nur: jeder lernt anders. Wie kann ein Unternehmen jedem Lernenden individuell und nach seinen persönlichen Vorlieben Wissen vermitteln? Die Lösung lautet: mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Damit lassen sich verschiedene Funktionen so anreichern, dass nicht nur die Lernenden ein völlig neues Lernerlebnis erfahren, sondern auch für die Unternehmensseite viele hilfreiche Möglichkeiten entstehen.

Personalisiertes Lernen

Die Erfahrung zeigt, dass starr vorgegebene Kursabfolgen, ähnlich dem Frontalunterricht im Klassenzimmer, von den Nutzern häufig frühzeitig abgebrochen werden und Wissen nicht nachhaltig verankert wird. Das erzeugt nicht nur Frust beim Lernenden, sondern auch hohe Kosten für das Unternehmen, da Geld in erfolglose Trainings investiert wird.

Aus der Freizeit sind wir gewohnt, jede Musik, jeden Film genau dann zu konsumieren, wann und wo es uns gefällt. Wir bekommen passend zu unserem bisherigen Konsumverhalten neue Vorschläge, sei es beim Streamen oder beim Onlineshoppen. Wenden wir diese Prozesse auch beim Lernen an, so können wir relevante Informationen zeitsparend und effizient weitergeben. Lernende bekommen die Möglichkeit, nach den persönlichen Vorlieben, im bevorzugten Format, im eigenen Tempo und auf dem für den Moment am besten geeigneten Endgerät zu lernen. In kleine Lerneinheiten verpackt kann das Wissen dann jederzeit abgerufen werden. Lernen fügt sich so dynamisch in den Arbeitsalltag ein und wird nicht mehr als störende und zeitraubende Pflicht wahrgenommen und führt schneller zum Erfolgserlebnis.

Das dafür nötige Verständnis für die Lernprozesse wird mit dem Einsatz der Anwendungsschnittstelle Experience API in Kombination mit einem Learning Record Store aufgebaut. Die xAPI (oder auch TinCan API genannt) ermöglicht die Integration und Interaktion von allen Arten von Lernmethoden, von Gamification, Belohnungssystemen und phänomenbasiertem Lernen. Die Daten aller Lernaktivitäten werden im Learning Record Store erfasst und nach Leistungen und Lernperformanz analysiert.

Die Auswertung der Lernaktivitäten kann aufzeigen, wie die Lernenden vorgegangen sind, welche Lerninhalte gut funktionieren, wo Inhalte fehlen oder optimiert werden können.

Ein Chatbot als Begleiter und Personal Trainer

Aus den Analysen können mithilfe der Künstlichen Intelligenz dann Voraussagen getroffen werden, welche Lerninhalte zum vorangegangen passen und die Weiterentwicklung fördern. Ein Chatbot ist eine Möglichkeit, mit dem Lernenden direkt in Kontakt zu treten. Als persönlicher Assistent oder sogar motivierender Personal Trainer schlägt der Chatbot basierend auf der Lernhistorie individuell weitere Inhalte vor. Zusätzlich greift er auf die Wissensdatenbank zu, wenn ihm eine Frage auch außerhalb von Trainingseinheiten gestellt wird.

Welches Format passt zu mir?

Passend zu den Vorlieben jedes Lernenden müssen die Inhalte dann in verschiedensten Formaten aufbereitet sein. Je interaktiver, umso nachhaltiger ist der Lerneffekt. Mit Augmented, Extended und Virtual Reality kann eine völlig neue digitale Lernumgebung geschaffen werden, die sich am Schulungsbedarf des Mitarbeiters orientiert. Es ist unter Umständen günstiger, den 3D-Raum digital zu erstellen, als eine sichere Lernumgebung in realer Welt zu erschaffen, etwa im Labor oder im Umgang mit Maschinen. Die Mitarbeiter können sich selbst unterrichten und brauchen keinen menschlichen Instruktor, wenn eine Multiplayer-Komponente einer isolierenden Erfahrung vorbeugt.

Wissen als Kapital des Unternehmens

Ein intuitiv bedienbares Authoring Tool macht dieses Wissen allen Mitarbeitern zugänglich. Es kann beispielsweise sinnvoll sein, einen erfahrenen Mitarbeiter beim Erklären zu filmen. Damit das Video nicht nur manuell verschlagwortet und damit in der Datenbank verankert wird, kann die KI über Natural Language Processing die Tonspur analysieren. Damit wird nicht nur ein sekundengenaues Ansteuern des Videos zum relevanten Inhalt möglich, sondern auch eine bessere Barrierefreiheit gewährleistet.

Learning Analytics

Analysen aus den gesammelten Daten generieren Verbesserungsmöglichkeiten nicht nur für die Nutzer. Im Unternehmen geht es auch darum, Zeit und Aufwand für einen Lernerfolg möglichst gering zu halten. Trainingsverantwortliche können mit den Analysen die Qualifizierungsinitiativen besser planen und den Erfolg messbar nachweisen. Werden den Lernenden die optimalen Lerninhalte im richtigen Moment präsentiert, integriert sich das Lernen in den Arbeitsalltag. Ein hohes Engagement garantiert schnellere Produktivität der Mitarbeiter. Wenn die Stärken und Potenziale der Mitarbeiter identifiziert sind und entsprechend weiterentwickelt werden, können diese besser für die Geschäftsziele eingesetzt werden. Auch im Kundenservice können Predicitive Analytics Kosten senken, indem den Kunden bei Supportanfragen zunächst geeignete Microlearning-Inhalte geliefert werden, bevor ein menschlicher Service-Agent eingesetzt wird.

Über Valamis

Valamis ist die Learning Experience Platform (LXP) für Organisationen, die Corporate Learning zeitgemäß umsetzen wollen. Konsequent vom Lernenden her konzipiert, fördert Valamis individuelles Lernen im eigenen Takt – jederzeit, auf jedem Endgerät. Valamis wurde 2003 in Finnland gegründet und betreibt seit 2017 eine deutsche Niederlassung in Wiesbaden. Valamis beschäftigt derzeit rund 180 Mitarbeiter. Mehr unter https://www.valamis.de