OUTPLACEMENT – NEUES BUCH VON MICHAEL HANSCHITZ: MENSCHEN FAIR BEHANDELN

NEUES BUCH VON MICHAEL HANSCHITZ: MENSCHEN FAIR BEHANDELN

Professionelles Trennungsmanagement & New-/Outplacement (ISBN 978-3990573921)

In seiner Einleitung schreibt der Autor, der als Outplacement-Berater in Österreich arbeitet: „Leider ist professionelles Trennungsmanagement sehr oft noch ein Tabuthema. In der Ausbildung von angehenden HR-Verantwortlichen bleibt es häufig ausgespart. Auch die Wissenschaft in Europa hinkt dieser Entwicklung noch hinterher, während es im angloamerikanischen Raum unzählige Untersuchungen gibt …“

Hanschitz möchte das Bewusstsein seiner Leser für das Thema schärfen. Er gibt eine Fülle von Tipps und Einblicken zu Themen wie Trennungsmanagement, Trennungsgespräche, Umgang mit den verbleibenden Mitarbeitern, Trennungskosten und Outplacement-Beratung. Man merkt, dass hier ein erfahrener Praktiker spricht. Die ausführliche Beschreibung, wie systemische Methoden im Coaching zur beruflichen Neuorientierung angewendet werden, ist sicher nicht nur für Berater interessant.

Zudem schildern vier HR-Praktiker in Interviews ihre Erfahrungen mit Trennungsprozessen. Am Schluss erläutert ein Jurist die rechtlichen Aspekte, bezogen auf Österreich.

Hanschitz‘ Buch richtet sich an mehrere Zielgruppen, wie Arbeitgeber, Vorgesetzte, Betroffene, Outplacement-Berater, Wissenschaftler und Psychologen. Dabei wechselt die Perspektive immer wieder unvermittelt zwischen den Zielgruppen, ohne dass die Übergänge deutlich gemacht werden.

Nicht allen von Hanschitz‘ Thesen wird man bedingungslos zustimmen können, wie etwa der Maßgabe, dass Trennungen „immer durch einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses“ erfolgen sollten (S. 33). Für Arbeitnehmer ist es oft besser, wenn sie eine betriebsbedingte Kündigung erhalten. Das erleichtert zum einen ihre Argumentation, warum sie sich von ihrem langjährigen Arbeitgeber wegbewerben, und verschafft ihnen zum anderen auch Vorteile beim Leistungsbezug der Arbeitsagentur (was in Österreich anders sein mag).

Auch leuchtet die Praxisrelevanz des Themas der „gerechten Kündigung“ nicht unmittelbar ein. Man wird wohl schwerlich einen Entlassenen finden, der seine eigene Kündigung als gerecht empfindet, egal wie Arbeitgeber argumentiert. In einem Interview bei Xing stellt Hanschitz denn auch klar, dass es ihm nicht um die Gerechtigkeit im einzelnen Trennungsfall geht. „Denn die gibt es einfach nicht, da ja in jedem Fall Personen ihren Job verlieren und andere nicht.“ Gemeint ist vielmehr die „wahrgenommene Gerechtigkeit“ bei den verbleibenden Mitarbeitern, für die wissenschaftlich erforschte Paradigmen existieren.

 

Dr. Cornelia Riechers ist Inhaberin und Gründerin des seit 1993 existierenden Unternehmens Quality Outplacement mit den Schwerpunkten Outplacement- und Karriereberatung sowie Personalentwicklung. Riechers ging bei Dr. Fritz Stoebe, dem Nestor der Outplacementberatung in Deutschland, in die Lehre und entwickelte dessen Konzept weiter. Sie ist Autorin zweier Bücher, So bleiben Sie erfolgreich arbeitslos. Ein paradoxer Bewerbungsratgeber und Turbo zum Traumjob: Der Zielgruppenbrief. Darüber hinaus hat sie sich durch zahlreiche Presseveröffentlichungen zum Thema Outplacement einen Namen gemacht. Seit 2011 ist sie in unserer Redaktion für OUTPLACEMENTintern verantwortlich.