OUTPLACEMENT – Interview mit Georg Göbl

OUTPLACEMENT IN DER PRAXIS

Interview mit Georg Göbl, Head of Human Resources Europe, SIG Combibloc GmbH

 

Outplacementintern: Schon seit langem bieten Sie bei arbeitgeberseitigen Trennungen ausscheidenden Mitarbeitern auch Outplacement-Beratung an. Warum?

Georg Göbl: Als Personaler stehen wir unseren Mitarbeitern als Ansprechpartner in allen Fragen des Arbeitsverhältnisses zur Seite. Dabei ist es uns wichtig, den Mitarbeitern auf Augenhöhe zu begegnen. Unsere Zuständigkeit endet daher nicht mit dem Trennungsgespräch, sondern wir versuchen dem ausscheidenden Mitarbeiter eine Perspektive für seine Zukunft aufzuzeigen. Und welche bessere Hilfe könnte es da geben als die Unterstützung durch einen versierten Outplacement-Berater?

Oi: Nach welchen Kriterien wählen Sie das Outplacement-Beratungsunternehmen aus?

G.: Ich arbeite mit mehreren Beratungsunternehmen zusammen – der betroffene Mitarbeiter kann sich bei allen vorab informieren und trifft dann selbst die endgültige Entscheidung, wem er sich anvertrauen möchte. Für mich als Auftraggeber ist wichtig, dass der Berater dem Betroffenen wirklich hilft und dieser nicht nur nach Schema F abgefertigt wird. Ich bevorzuge daher Berater, die ich schon lange kenne, von denen ich weiß, dass sie ihr Vorgehen den individuellen Umständen anpassen und über die mir ausscheidende Mitarbeiter schon in der Vergangenheit Positives berichtet haben.

Oi: Wer übernimmt die Kosten der Outplacement-Beratung?

G.: Der Arbeitgeber. Die Outplacement-Beratung ist Bestandteil des Trennungspakets und wird zusätzlich zur Abfindung gezahlt.

Oi: Wann beginnt die Outplacement-Beratung?

G.: Im Idealfall im Trennungsgespräch. Noch vor der Unterschrift unter den Aufhebungsvertrag sollte dem Mitarbeiter die Möglichkeit zu einem Vorabgespräch bei mehreren Outplacement-Beratern gegeben werden. Die Erfahrung zeigt, dass die Trennungsverhandlungen meist einfacher und kürzer verlaufen, wenn der Mitarbeiter weiß, dass er bei der beruflichen Neuorientierung auf professionelle Hilfe vertrauen kann.

Oi: Bringt die Outplacement-Beratung noch weitere Vorteile für den Arbeitgeber?

G.: Sicherlich wird dadurch ein Imageschaden beim Arbeitgeber vermieden oder zumindest gemildert, besonders in Zeiten von Umstrukturierungsprozessen. Und natürlich freut es mich, wenn ich höre, dass die ausscheidenden Mitarbeiter sich durchweg positiv über die Personalabteilung und das Unternehmen äußern und der Wechsel in einen neuen Job reibungslos geglückt ist.

 

Dr. Cornelia Riechers ist Inhaberin und Gründerin des seit 1993 existierenden Unternehmens Quality Outplacement mit den Schwerpunkten Outplacement- und Karriereberatung sowie Personalentwicklung. Riechers ging bei Dr. Fritz Stoebe, dem Nestor der Outplacementberatung in Deutschland, in die Lehre und entwickelte dessen Konzept weiter. Sie ist Autorin zweier Bücher, „So bleiben Sie erfolgreich arbeitslos. Ein paradoxer Bewerbungsratgeber“ und „Turbo zum Traumjob: Der Zielgruppenbrief“. Darüber hinaus hat sie sich durch zahlreiche Presseveröffentlichungen zum Thema Outplacement einen Namen gemacht. Seit 2011 ist sie in unserer Redaktion für OUTPLACEMENTintern verantwortlich.

PERSONALintern berichtet an dieser Stelle regelmäßig über Outplacement-Themen.

 

(Ausgabe PI 16/17)