OUTPLACEMENT-BERATUNG IN DEUTSCHLAND 2015/2016

OUTPLACEMENT-BERATUNG IN DEUTSCHLAND 2015/2016

Zahlen und Trends aus der neuen BDU-Studie

Der BDU hat eine neue Studie zum Outplacement-Beratungsmarkt in Deutschland vorgelegt. Teilnehmer waren 20 auf Outplacement-Beratung spezialisierte Unternehmen innerhalb und außerhalb des BDU. Nach Angaben des BDU repräsentieren diese rund 60 % des gesamten Branchenumsatzes. Bei der letzten Studie waren es noch 75 %; dieses Mal fehlen einige Marktführer.

Umsatz

Der Gesamtumsatz der Branche betrug 78 Mio. Euro im Jahr 2015 – das ist ein leichter Rückgang gegenüber 80 Mio. Euro im Jahr davor. Für das Jahr 2016 wird ein Umsatzzuwachs von 4,5 % prognostiziert; damit wäre die Einbuße wieder mehr als ausgeglichen. Insgesamt wächst die Outplacement-Branche schneller als die Gesamtwirtschaft (2016: + 1,8 %). Die Umsatzvorhersage aus der letzten Outplacement-Studie des BDU von 83 Mio. in 2014 wurde allerdings knapp verfehlt.

Marktteilnehmer

Die Studie verzeichnet insgesamt 200 Unternehmen, die Outplacement-Beratung anbieten, davon 60 Spezialisten und 140, in denen Outplacement-Beratung nur einen Teilbereich darstellt. Von insgesamt 580 beratenden Personen ist weniger als ein Drittel angestellt; 400 von ihnen fungieren als freie Mitarbeiter. Die Top 15 der 60 spezialisierten Unternehmen dominieren den Markt; sie beschäftigen 320 Berater und generieren mehr als die Hälfte des Branchenumsatzes (53,4 %).

Auftraggeber

Unter den Auftraggebern bilden nach wie vor Großkonzerne den Schwerpunkt. Ihr Anteil am Gesamtumsatz im Einzeloutplacement sank allerdings leicht von 60 auf 55 %, während die Anteile der mittleren und kleineren Unternehmen ein wenig stiegen (von 29 auf 33 % bzw. von 11 auf 12 %). Eine Trendwende ist hierin jedoch nicht zu erkennen.

Programme: Betrachtet man den Gesamtumsatz der Branche, so ist der Anteil der unlimitierten Beratung am Gesamtumsatz seit der letzten Studie weiter leicht gefallen (von 24 auf 23 %). 2007 machte dieses klassische Produkt noch doppelt so viel aus, nämlich 46 %. Bezogen auf die Anzahl der Mandate hingegen werden die mittel- bis langfristigen Einzeloutplacement-Programme deutlich häufiger in Anspruch genommen als 2012: bei der unlimitierten Beratung stieg der Anteil von 16 auf 24 %, bei den Laufzeiten zwischen sechs und 12 Monaten von 8 auf 18 %. Nur noch 58 % aller Einzelaufträge haben eine Laufzeit von sechs Monaten oder weniger (2012: 76 %).

Kosten: Das durchschnittliche Beratungshonorar wird vom BDU mit 9.000 Euro für ein bis zu 6-monatiges Programm beziffert. In diesem Bereich, der immerhin 58 % aller Einzeloutplacement-Mandate umfasst, ist also ein merklicher Preisverfall gegenüber 11.000 Euro in 2012 festzustellen. Ansonsten gibt es kaum Veränderung: Für ein bis zu 12-monatiges Programm liegt das Durchschnittshonorar jetzt bei 15.000 Euro (2012: 14.500) und für eine unbefristete Beratung bei 22.500 Euro oder 21 % des Bruttojahreseinkommens (2012: 22.000 oder 22 %).

Platzierung: Hier überwiegen immer noch konservative Methoden, vom digitalen Wandel keine Spur. 25,5 % der Kandidaten im Einzeloutplacement finden ihre neue Stelle über eine klassische Stellenanzeige (2012: 24 %) und 24,9 % über ihr persönliches Kontaktnetzwerk (2012: 22 %). Externe Personalberater sorgen zu 20,7 % für den Erfolg (2012: 17 %) und Initiativbewerbungen zu 12 % (2012: 9 %). Die eigenen Placement-Aktivitäten der Outplacement-Berater spielen mit 24,8 % vor allem im Gruppenoutplacement eine Rolle; im Einzeloutplacement bringen Sie nur zu 7,9 % den neuen Arbeitsvertrag (2012: 8 %). Der Anteil von Social Media sank von 7 % in 2012 auf nunmehr 6 %.

Die Studie kann für 105,91 Euro beim BDU bestellt werden.

(Fortsetzung in PI 09/17 (03.03.2017)

Dr. Cornelia Riechers ist Inhaberin und Gründerin des seit 1993 existierenden Unternehmens Quality Outplacement mit den Schwerpunkten Outplacement- und Karriereberatung sowie Personalentwicklung. Riechers ging bei Dr. Fritz Stoebe, dem Nestor der Outplacementberatung in Deutschland, in die Lehre und entwickelte dessen Konzept weiter. Sie ist Autorin zweier Bücher, „So bleiben Sie erfolgreich arbeitslos. Ein paradoxer Bewerbungsratgeber“ und „Turbo zum Traumjob: Der Zielgruppenbrief“. Darüber hinaus hat sie sich durch zahlreiche Presseveröffentlichungen zum Thema Outplacement einen Namen gemacht. Seit 2011 ist sie in unserer Redaktion für OUTPLACEMENTintern verantwortlich.