TRENNUNGSMANAGEMENT: WUNSCH UND WIRKLICHKEIT

TRENNUNGSMANAGEMENT: WUNSCH UND WIRKLICHKEIT

Kienbaum hat inzwischen detaillierte Ergebnisse seiner aktuellen Studie zum Thema Trennungsmanagement vorgelegt. Fazit: In vielen Unternehmen klaffen gute Absicht und tatsächliche Ausführung weit auseinander. Während 81 Prozent der befragten Personalverantwortlichen einer Trennungskultur und einem professionellen Trennungsmanagement hohe Bedeutung für das Engagement und das Vertrauen der verbleibenden Belegschaft beimessen und 70 Prozent glauben, dass unprofessionelles Trennungsmanagement sich schädlich auf das Unternehmensimage auswirkt, geben auf der anderen Seite 70 Prozent an, in ihrem Unternehmen gebe es weder eine Trennungskultur noch standardisierte Prozesse im Umgang mit Kündigungen.

Erwartungsgemäß sieht es bei Großunternehmen etwas besser aus. Firmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern verfügen immerhin zu 33 Prozent über klare Regelungen in Hinblick auf Trennungen – gegenüber 18 bis 19 Prozent bei Unternehmen von geringerer Größe.

Zur Durchführung eines professionellen Trennungsmanagements wird in 58 Prozent der Unternehmen externe Beratung hinzugezogen. In der überwiegenden Zahl der Fälle (85 Prozent) ist dies eine Out- bzw. Newplacement-Beratung.

Bei der konkreten Umsetzung konstatiert die Studie das wirksamste Verbesserungspotenzial in zwei Bereichen:

  • Ein sorgsam geführtes Trennungsgespräch, auf das Führungskräfte professionell vorbereitet werden sollten.
  • Ein möglichst früher Beginn der Beratung zur beruflichen Neuorientierung schon vor der Unterschrift unter den Aufhebungsvertrag, beispielsweise in Form einer Perspektivenberatung oder eines Zielklärungsgesprächs.

Die Kienbaum-Studie ist die größte aktuelle Untersuchung zum Thema Trennungsmanagement in Deutschland. Insgesamt haben 433 Führungskräfte an der Erhebung teilgenommen. Veröffentlichungen wie diese tragen dazu bei, die Vorgänge rund um Entlassungen sowie die dazugehörigen Beratungsleistungen aus dem Schatten zu holen und weiter zu professionalisieren.

Die Trennungsmanagement-Studie steht hier zum kostenlosen Download bereit.

frau_richersDr. Cornelia Riechers ist Inhaberin und Gründerin des seit 1993 existierenden Unternehmens Quality Outplacement mit den Schwerpunkten Outplacement- und Karriereberatung sowie Personalentwicklung. Riechers ging bei Dr. Fritz Stoebe, dem Nestor der Outplacementberatung in Deutschland, in die Lehre und entwickelte dessen Konzept weiter. Sie ist Autorin zweier Bücher, „So bleiben Sie erfolgreich arbeitslos. Ein paradoxer Bewerbungsratgeber“ und „Turbo zum Traumjob: Der Zielgruppenbrief“. Darüber hinaus hat sie sich durch zahlreiche Presseveröffentlichungen zum Thema Outplacement einen Namen gemacht. Seit 2011 ist sie in unserer Redaktion für OUTPLACEMENTintern verantwortlich.

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