OUTPLACEMENT: MEHR TRANSPARENZ

OUTPLACEMENT: MEHR TRANSPARENZ

Höhere Markttransparenz gebe es heute in der Outplacement-Branche, sagt Herbert Mühlenhoff, Chef des gleichnamigen Beratungsunternehmens, in einem Interview des Personalmagazins vom Januar 2016. Auftraggeber forderten mehr Transparenz auch während des Beratungsprozesses sowie eine bessere Dokumentation als früher. Die Beratung beziehe sich mehr auf Change-Prozesse im Allgemeinen als nur auf Trennungen von Mitarbeitern. Nur in 50 Prozent aller Fälle gehe es noch um Hilfe für gekündigte Mitarbeiter, bei der anderen Hälfte könnten die Mitarbeiter selbst entscheiden, wie und wo sie ihre Karriere fortsetzen wollen.

Ähnliche Tendenzen werden durch eine Kienbaum-Studie bestätigt, für die 450 Führungskräfte, Personalleiter und Geschäftsführer befragt wurden. Fazit: Jedes zweite Unternehmen holt sich Hilfe beim Trennungsmanagement. Dabei geht es nicht mehr nur um Unterstützung für den Gekündigten, sondern es wird vor allem Beratung im gesamten Trennungsprozess gefordert. 66 Prozent klassifizieren dies als wichtigsten Punkt. An zweiter Stelle rangieren Berichte über den Fortschritt der Beratung (64 Prozent). Kienbaum interpretiert dies als Wertschätzung für die Ausscheidenden – die Berichte könnten den Auftraggebern aber ebenso dazu dienen, die Qualität verschiedener Anbieter zu vergleichen.

Neben positiven Trends konstatiert die Studie auch Verbesserungsbedarf:

  • In den meisten Unternehmen fehlt eine standardisierte Trennungsstrategie.
  • Nicht alle Führungskräfte (geschweige denn alle Mitarbeiter), von denen das Unternehmen sich trennt, erhalten Beratung zur beruflichen Neuorientierung.
  • Die Vorgesetzten sind oft schlecht auf die Situation vorbereitet.
  • In zwei Dritteln der Unternehmen beginnt die Beratung zu spät, nämlich erst nach der Unterschrift unter den Aufhebungsvertrag.
  • Die Kosten der Beratung werden bei einem Drittel nicht vom Arbeitgeber getragen.

Die Entwicklung geht in eine positive Richtung – zu mehr Information und besserer Durchschaubarkeit. Auf weitere Aufklärung und Imageverbesserung verzichten kann die Branche aber trotzdem nicht. Es gibt nach wie vor keine allgemeinen Qualitätsstandards und auch keine zertifizierte Ausbildung für Outplacement-Berater.

 

Dr. Cornelia Riechers ist Inhaberin und Gründerin des seit 1993 existierenden Unternehmens Quality Outplacement mit den Schwerpunkten Outplacement- und Karriereberatung sowie Personalentwicklung. Riechers ging bei Dr. Fritz Stoebe, dem Nestor der Outplacementberatung in Deutschland, in die Lehre und entwickelte dessen Konzept weiter. Sie ist Autorin zweier Bücher, „So bleiben Sie erfolgreich arbeitslos. Ein paradoxer Bewerbungsratgeber“ und „Turbo zum Traumjob: Der Zielgruppenbrief“. Darüber hinaus hat sie sich durch zahlreiche Presseveröffentlichungen zum Thema Outplacement einen Namen gemacht. Seit 2011 ist sie in unserer Redaktion für OUTPLACEMENTintern verantwortlich.